Die Bielefelder von Xandria waren in den letzten Monaten sehr fleißig und das Ergebnis liegt vor mir: Das neue und mittlerweile vierte Album „Salomé – the seventh veil“.
Mit orientalisch anmutendem Cover kommt es daher und verspricht exotische und abwechselungsreiche 49 Minuten, die ich euch hier etwas näher beschreiben möchte. Das erste Lied ist „Save my life“, das man sich bereits auf dem myspace der Band umsonst anhören kann. Ich würde sagen dabei handelt es sich eher um einen typischen Xandria- Song, wie man ihn nach dem Albumvorgänger „India“ erwarten würde, auch wenn bereits gewisse Entwicklungen „ins Ohr stechen“. So haben die Xandrianer sich diesmal weit weniger auf die Synthie- Klänge, sondern verstärkt auf ihre bespannten Bretter verlassen, was sich dahingehend auswirkt, dass Salomé wesentlich mehr rockt als India und nicht so hymnisch überladen ist wie der Vorgänger. Das zweite neue Lied „Vampire“ ist für den erfahrenen Xandria- Hörer schon etwas unerwarteter als der Opener. Lisa dringt hier mit ihrer Stimme in ungeahnte Tiefen vor – ich bin erstmal mit dem Ohr näher an den Lautsprecher gerückt um mich zu überzeugen, dass das auch wirklich ihre Stimme ist! Sehr krass gesungen, Lisa!
Es hört sich richtig vampirisch an, soviel kann man sagen! Auch sonst gefällt mir das Lied sehr gut.
„Beware“ heißt die Nummer drei des Albums und bietet eine ziemliche gute- Laune- Melodie, die ich spitze finde, wenn ich auch erwähnen muss, dass sie meiner Ansicht nach nicht wirklich zum Thema des Liedes passt…
“Beware! I’ ll be the one to take you under…” hört sich nicht an wie etwas, das ich fröhlich daherträllern würde! Wie dem auch sei, das Lied ist super und wird gefolgt von dem Titel „Emotional Man“.
Ebenfalls ein sehr rockiger und melodiöser Titel. Besonders cool ist das „Zwischenspiel“, in dem Lisa und der Finne Mikka Tauriainen von „Entwine“ sprechen. Man könnte vielleicht sagen, dass es ein bisschen hypnotisch klingt. Das Lied handelt wohl davon Stars anzubeten und das falsche Bild, dass die Medien zur Vermarktung von ihnen zeichnen für wahr zu halten.
Als nächstes kommt der Titelsong „Salomé“. Er ist das erste ruhigere Stück der Platte, was inhaltlich gut passt, da es ein etwas trauriges Thema behandelt. Es besteht aus einem Monolog der tanzenden Salomé, die über ihre Rolle unglücklich ist. Der Text schildert, wie Salomé sich beim Tanz entblößt fühlt und ihre Würde gleichsam mit den Schleiern verliert. Der Text ist super und obwohl ich ruhigere Lieder nicht so sehr mag, gefällt mir dieses Exemplar, da ein cooles orientalisches Feeling rüberkommt.
“Only fort he stars in your eyes” – ebenfalls hörbar auf dem myspace – ist das bereits angekündigte Duett von Lisa mit Mikka Tauriainen. Das Lied rockt auf jeden Fall, ich finde es nur etwas störend, dass seine Stimme heller ist als ihre…
denn auch hier probiert Lisa wieder einen anderen Gesangsstil aus, sehr tief und irgendwie triefend lasziv, klingt cool!
„Firestorm“ ist der nächste Beitrag. Möglicherweise beinhaltet es die Passage, auf die sich der „Orkus“ bezogen hat als er schrieb, es seien sogar Growls von Lisa auf dem Album zu hören. Es handelt sich hierbei aber nur um 4 Worte: „I will burn you!“ und diese sind sehr stark nachbearbeitet. Ansonsten ist das Lied rocking Xandria pur.
Lisa Middelhauve und Marco Heubaum
Nach dem „Firestorm“ ist die Welt reif für „A new age“. Das Lied hört sich für mich ein bisschen an, als hätte jemand Xandria über einen Rapsong und „Seven nation army“ von den Whitestripes gelegt. Anschließend gibt es etwas Entspannung in Form von „The wind and the ocean“. Dies ist eine waschechte Ballade, die ich leider etwas langweilig und einfallslos finde, besonders das „plingpling“ am Ende hat man schon gehört. Naja, irgendeine Macke musste das Album ja haben…
Diese wird durch den Nachfolger „Sisters of the light“ (myspace!) jedoch wieder ausgebügelt. Ein sehr geiles Lied mit höchst eingängiger Melodie, das ein Clubhit werden könnte! Erinnert von der Athmosphäre ein bisschen an „walk like an egyptian“! „Sleeping dogs lie“ bietet ebenfalls eine „recht flotte“
und eingängige Melodie.
Das Schlusslicht heißt „On my way“. Es muss sich aber mitnichten hinter den Vorgängern verstecken, denn das Lied ist spitze. Besonders erwähnenswert ist der wieder sehr abwechselungsreiche Gesang von Lisa, die auf diesem Album ihre hohe Flexibilität unter Beweis stellt.
Zusammenfassend kann ich dieses „etwas andere“ Xandria- Album auf jeden Fall empfehlen! Auch den Hörern, denen das Album „India“ vielleicht etwas zu ruhig war. Daumen hoch!!!
Passend zum Album hat man sich übrigens noch einen Website- makeover gegönnt.
Hier seht ihr das neue Video zu „Save my life“, das überraschender Weise nicht wirklich mit dem orientalischen Stil des Albumcovers und der Websitegestaltung mitzieht:

